bookmark_borderBritta Teckentrup und Patricia Hegarty: Zuhause — Wie die Tiere leben

Ein wunderschönes Bilderbuch, dessen Reime nett und eingängig aus dem Englischen ins Deutsche übertragen sind, das aber ganz besonders durch die Illustrationskunst Britta Teckentrups auffällt, die mit Farben so viel erzählen kann. (Vgl. Der blaue Vogel, Rezension vom 8.7.2020)

So erfahren die kleinen Bilderbuchentdecker vom Lauf der Jahreszeiten, von der bunten Vielfalt der Natur und all der Tiere, die sich an so ganz unterschiedlichen Plätzen der Erde ihr Zuhause geschaffen haben, ob im Wald, im Wasser, im Himmel oder unter der Erde.

Zusammen mit dem kleinen Bär, der zu Beginn der Geschichte in seiner gemütlichen Höhle aus dem Winterschlaf erwacht, macht man sich staunenden Auges auf den Weg, entdeckt spielerisch, wie verschieden und faszinierend die Lebensräume der anderen Tiere sind, um am Ende der Reise und des Jahres wieder mit ihm in seine Höhle zurückzukehren — und wenn’s gelingt, gleich auch mit einzuschlafen und das farbenfrohe Reich der Bilder mit ins Reich der Träume zu tragen.

Altersempfehlung
Ab vier Jahren

Bibliographische Angaben
Britta Teckentrup, Patricia Hegarty: Zuhause — Wie die Tiere leben, arsEdition (2020)
ISBN: 9783845839356

Bildquelle
Britta Teckentrup, Patricia Hegarty: Zuhause — Wie die Tiere leben
© 2020 arsEdition GmbH, München

bookmark_borderBritta Teckentrup: Der blaue Vogel

Wenn Farben sprechen könnten… dann würden sie so aussehen wie in Britta Teckentrups wundervollem Bilderbuch, das in wenigen Worten und intensiven Bildern eine so zarte und so berührende Geschichte erzählt!

Die Illustration, collagenhaft und mit Farben, die aus sich heraus zu leuchten scheinen, harmoniert wunderbar mit dem Text und taucht ihn zugleich ins Geheimnisvolle, Zauberhafte, Mythische. Erzählt wird auch eine Art Mythos, ein Märchen, in dem es um Trauer, Einsamkeit und ihre Überwindung geht — ist es Zufall, dass das Bilderbuch den Titel von Maurice Maeterlincks Theaterstück L’Oiseau bleu trägt, in dem er in seinem unvergleichlich suggestiv-poetischen Stil ein traumartiges Kindermärchen erzählt, das tief in die Nacht der Erinnerung und eine von Seelen erfüllte Natur führt…?

In Teckentrups Bilderbuch lebt ein kleiner blauer Vogel ganz unten im Schatten des Waldes, antriebslos, ohne Freude, ohne Spiel, ohne Gesang, vergessen von seinen Freunden, die hoch oben am sonnenbeschienenen Himmel, unendlich weit von ihm entfernt, das Dasein genießen. Der Kontrast von Schatten und Licht tritt in den Farbkompositionen eindrücklich hervor und spiegelt die Stimmung, die Gefühle, das Innenleben des Vogels, in dessen Welt die Farben ihre Leuchtkraft verloren haben.

Doch auf einmal taucht ein gelber Vogel auf, der von Licht umspielt wird und sich zunächst ganz oben auf dem Baum niederlässt, in dessen schattigem Geäst sich der traurige blaue Vogel vergraben hat. Außer Farbe, Licht und Gesang bringt der gelbe Vogel aber vor allem eine große Geduld und Sanftmut mit, er nähert sich dem blauen Vogel ganz langsam, ganz behutsam, in kleinen Etappen. Nach und nach halten so auch wieder Licht und Wärme Einzug in die Welt des blauen Vogels, als fasste er allmählich wieder Vertrauen. Gemeinsam mit dem gelben Vogel beginnt er wieder zu singen, Hoffnung breitet sich aus, und zusammen öffnen die beiden ihre Flügel und schwingen sich empor in den von sonnengelbem Licht durchfluteten Himmel.

Vielleicht können Farben nicht sprechen, aber trösten können sie und einen Horizont der Fantasie eröffnen, der die ganz Kleinen genauso wie die schon Großen ergreifen wird.

Altersempfehlung
Ab vier Jahren bis unendlich, schreibt der Verlag, und ich schließe mich an.

Bibliographische Angaben
Britta Teckentrup: Der blaue Vogel, Ars Edition (2020)
ISBN: 9783845837536

Bildquelle
Britta Teckentrup, Der blaue Vogel
© 2020 arsEdition GmbH, München